Interview

Dieter, wie sind Sie zum professionellen Fitnesssport gekommen?
Sport war immer schon ein wichtiger Teil meines Lebens. Irgendwann wollte ich aber nicht mehr nur in meiner Freizeit Sport treiben, sondern mein Hobby zum Beruf machen. Ich wollte andere Menschen mit meiner Leidenschaft für Bewegung und Sport anstecken. Ich arbeitete zwar weiter ganz normal in meinem technischen Beruf, nutzte aber jede freie Minute für Seminare und Lehrgänge bis hin zum „European Fitness Instructor“. Dazu absolvierte ich noch weitere Ausbildungen, beispielsweise zum Ernährungsberater. Zeitweise war das mühsam, ich musste mir die ganze Theorie ja parallel zum Job aneignen. Aber ich hatte ein Ziel, auf das ich konzentriert hinarbeiten konnte. Das hat mir geholfen.

Was bedeutet Bewegung für Sie?
Bewegung ist Leben. Dafür gibt es viele Beispiele, beispielsweise im Tierreich. Für unseren Organismus bedeutet Bewegung: Stoffwechsel und Blutfluss werden angeregt. Dadurch werden Sauerstoff und Nährstoffe besser in die Zellen und Abfallprodukte aus der Zelle heraus transportiert. Findet dies nicht statt oder verlangsamt sich der Austausch, können Krankheiten entstehen.

Worin ist das besondere an Ihren Fitnesskonzepten?
Ich bemühe mich, sie so einfach wie möglich zu halten. Außerdem sollen sie nach Möglichkeit eine sofortige Wirkung haben. Durch meine jahrzehntelange Arbeit im Fitness- und Wellnessbereich weiß ich ganz gut, was Menschen von Fitnesskonzepten und neuen Trendsportarten erwarten. Trainingsarten sollten schnell beherrschbar und am besten in den Alltag integrierbar sein. Das ist der Anspruch, den ich erfüllen möchte.

Inwiefern hängen Bewegung und eine gesunde Ernährung zusammen?
Bewegung und gesunde Ernährung sind die entscheidenden Säulen für ein gesundes und beschwerdefreies Leben. Körperlichen Blockaden und emotionalen Problemen können wir mit Bewegung und einer individuell abgestimmten Ernährung begegnen. Das Wissen um diese Zusammenhänge ist in unseren Breitengraden leider weitgehend verloren gegangen. In China beispielsweise betreiben viele Menschen täglich aktive Gesundheitsvorsorge, etwa durch eine ausgewogene Ernährung und durch spezielle Bewegungsprogramme wie das Tai Chi. Die Menschen dort halten Körper und Geist im Alltag gesund. Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Man gräbt einen Brunnen nicht erst, wenn man Durst hat“. Solche Ansätze brauchen auch wir wieder.

Was unterscheidet Ihre Konzepte, beispielsweise ‚Ballooning’, von anderen Fitnesskonzepten?
Speziell „Ballooning“ arbeitet mit sogenannten Resonanzbewegungen und ist dadurch sehr effektiv. Wird der Luftballon in Schwingung versetzt, erreicht man die Tiefenmuskulatur. Außerdem wird das Zusammenspiel der Muskeln sensibilisiert und optimiert. Viele Menschen leiden unter Beschwerden, die durch einseitige Bewegungen hervorgerufen werden. Durch die Resonanzbewegungen wirkt man dieser Entwicklung entgegen und beugt Krankheiten vor.

Ich bin ein 45-jähriger Angesteller und habe abends kaum Zeit für Sport. Was empfehlen Sie mir?
Für eine individuelle Beratung müsste ich natürlich noch etwas mehr von Ihnen wissen. Beispielsweise ob Sie gerne Sport treiben und wie viel, welche Sportart sie besonders mögen und welche Ziele Sie in sportlicher Hinsicht konkret erreichen wollen. Aber gehen wir mal davon aus, dass Sie dem Sport eher aus dem Weg gehen. Dann würde ich Ihnen zum Einstieg Übungen empfehlen, die Ihnen zeigen: Bewegung tut nicht weh, sie macht sogar Spaß! Übungen, durch die Sie Ihren Körper wieder spüren. Denn das weckt den Wunsch nach mehr. Nach einer Woche sollten Sie den Takt auf zwei Übungen erhöhen. Das kostet wenig Zeit und lässt sich hervorragend in den Alltag integrieren. Viele Übungen können Sie sogar im Büro ausführen. Gleichzeitig empfehle ich Ihnen, auch im sozialen Umfeld aktiv zu werden. Anstatt den Abend vorm Fernseher zu verbringen, könnten Sie mit Ihrem Partner einfach mal öfter spazieren gehen.

Welches berufliche Ziel treibt Sie an?
Ich möchte, dass möglichst viele Menschen spüren, wie positiv sich Bewegung auf den gesamten Körper und die Psyche auswirkt. Und wie einfach es sein kann, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Auf längere Sicht möchte ich besonders Kinder betreuen und im Idealfall über staatliche Einrichtungen mit meinen Konzepten erreichen. Wir sollten Prävention möglichst früh einsetzen, um Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck zu verhindern.